W3vina.COM Free Wordpress Themes Joomla Templates Best Wordpress Themes Premium Wordpress Themes Top Best Wordpress Themes 2012

Videoprojekt ‘Frédéric et Voltaire’

Videoprojekt ‘Frédéric et Voltaire’

 

 

 

Ein Filmprojekt von Studierenden der 12. Klasse anlässlich des 275. Jubiläums der Grande École in Kooperation mit cine plus Media Service

In französischer Sprache wird die Beziehung zwischen Friedrich II. und Voltaire in Szene gesetzt

 

Filmplakat

Plakat_FredVolt(klein)

Zur Detailansicht bitte klicken.

Der Film

Projektbericht

Frédéric et Voltaire

Ein Filmprojekt des Französischkurses der 12. Klasse der Kleist- Schule

 

POTSDAM. „Qui, je suis Voltaire“, sagt Dimo Schaulies und zupft sich seine weiße Zopfperücke zurecht. Er ist einer der beiden Protagonisten in dem Stück „Frédéric et Voltaire“, das auf dem Pfingstberg in Potsdam gedreht wird. Er läuft an dem großen Wasserbecken auf und ab und vertieft sich ganz in seine Rolle. Dabei wirkt er sehr authentisch auf den Zuschauer-nicht nur wegen seines Kostüms, sondern auch aufgrund seiner ernsthaften und selbstversunkenen Haltung.

Ja, das ist  Voltaire und zu ihm gesellt sich Reto Cavigelli, der – und das ist unschwer zu erkennen -  seinen Widerpart und Gegenspieler Frédéric II. verkörpert.

Die beiden Studierenden der Kleistschule nehmen teil an einem Filmprojekt des Französischkurses der 12ten Klasse unter der Leitung von Isabel Daniel anlässlich des 275jährigen Jubiläums der Potsdamer Schule. „Wir haben uns im Kurs Gedanken gemacht, was wir zu diesem Jubiläum beisteuern können. Frédéric und Voltaire haben eine interessante Freundschaft gehabt und sie sprachen immer Französisch“, sagt Lisa Seifert aus der 12. Klasse.  Material wurde gesichtet, unzählige Briefe und Hintergrundmaterial gelesen, um sich dann gemeinsam in die Rollen und das Zeitalter zu versetzen und ein Stück zu schreiben über die Beziehung dieser beiden interessanten Zeitgenossen. „Dabei haben wir Originalzitate verwendet, z.B. ‚je vais vous presser commer une orange’- ich werde Sie wie eine Orange auspressen“, erläutert Melanie Jargosch, eine Hofdame in dem Stück. Das soll Frédéric zu Voltaire gesagt haben, als die beiden sich wieder einmal gestritten hatten. „Gemeinsam haben wir uns alle hingesetzt und am Computer die Dialoge entwickelt und dann übersetzt“,  erklärt Julia Berthold, Studierende des 12ten Jahrgangs.

Dabei reizte Dimo Schaulies die Rolle des Voltaire besonders: „Für mich selbst habe ich Voltaire als Herausforderung angesehen. Man muss sich einmal vorstellen, dass er dem König auf gleicher Augenhöhe sagt, was er denkt. Das hat sich am Hofe kein anderer getraut.“

Es sollte es nicht darum gehen, penibel genau jedes historische Detail der Freundschaft in das Stück korrekt einzuarbeiten, erklärt Frau Daniel, sondern vielmehr um  die Imagination, um das Hineinversetzen in die Zeit. Dabei sei eine ganz eigene Interpretation der Charaktere herausgekommen. Und es geht natürlich um die französische Sprache, darum  „ihre Schönheit und ihre Poesie in Szene zu setzen“, betont Reto.

Das Ergebnis ist überzeugend: Die Studierenden sind bei der Sache, jeder kann seinen Text -schließlich haben sie ihn selbst geschrieben. Sie wirken konzentriert und legen ihre Sachen ab. Nun tragen sie  Kniehosen, sogenannte Culottes, in braun und schwarz, sowie Justaucorps, die Röcke der damaligen Mode, jeweils in rot und grün. Die weißen Westen, Halsbinden, Seidenstrümpfe und Schuhe mit breiter silberner Schnalle, dazu die weiße Perücke mit Mozartzopf bei Voltaire  und der Dreispitz als Kopfbedeckung bei Frédéric.

Die Kamera wird eingeschaltet. Ein junger, athletisch wirkender Mann, Konstantin Seufert aus der 12.Klasse,  sondert sich von der Gruppe ab und beginnt zu erzählen, auf Französisch. Cut. Die Szene wiederholt sich. Nach und nach treten die anderen Personen vor die Kamera. Es wird von Briefen geredet, von innigem Austausch und von einem langersehnten Treffen. Die Frauen der Gruppe, nun erkennbar als Hofdamen, sind in voller Aufregung „Il est arrivé, il est arrivé“ „Er“, das ist Voltaire,  „ist angekommen,  ist angekommen!“ sagen sie zueinander. Das Herzklopfen ist spürbar. Und da ist er zu sehen, der Mozartzopf fällt ihm elegant den Nacken hinunter, der Mann mit Dreispitz kommt ihm freudig entgegen und sie umarmen sich voller Freundschaft. Das ist Friedrich II. Cut. Alle lachen, die Stimmung ist ausgelassen. Eine kurze Pause folgt, in der die nächste Kameraeinstellung diskutiert wird.

Glück hätten sie bei der Durchführung des Projekts auch gehabt, so Reto, der den Frédéric mit seinem ganz eigenen Charme verkörpert. Die cine plus media Service GmbH &Co.KG. aus Berlin kommt mit ins Boot. Thomas Hempel und Moritz Uhmann,  Azubis im ersten Lehrjahr Mediengestalter für Bild und Ton, sowie Anton Richter für den Ton, unterstützen das Projekt. „Ich habe das Drehbuch gelesen und war gleich begeistert“, sagt Thomas Hempel, der schon einige Regieassistenzerfahrung im Gepäck hat. Für ihn sei es eine gute Gelegenheit gewesen, endlich einmal wieder an einem Drehort zu sein. „Und dann an einem so fantastischen wie dem Pfingstberg.“ Die Energie von allen am Set zu spüren sei einfach jedes Mal etwas ganz Besonderes.

Der Enthusiasmus und die Begeisterung für das Projekt sind den dreien anzumerken. Thomas Hempel  strahlt richtig  und hüpft sogar einmal in die Luft, als ein längerer Dialog zwischen Frédéric und Voltaire ohne Cut und ohne Versprecher oben auf der Balustrade am Pfingstberg abgedreht wird. „Das war alles super vorbereitet, der Text stimmte, die Studierenden sind zur Stelle gewesen, die Requisiten vorbereitet und die Aussprache war gut eingeübt“, lobt er den Kurs.

Unterstützt wurde das Projekt auch von Dr. Angela Hoffmann, Schulleiterin der Kleist-Schule: „Das Filmprojekt ist eine besondere und sympathische Idee. Neben den interessanten Recherchen bewundere ich die kreative Filmgestaltung mit Tiefe und Komik und die vortreffliche, engagierte Umsetzung durch die Studierenden: In französischer Sprache in preußischer Kulisse!“

Das Wichtigste ist aber- und darin sind sich alle Beteiligten einig-, dass das Projekt riesigen Spaß gemacht habe- und, fügt Melanie Jargosch hinzu, „wir haben einiges in Französisch gelernt.“

Sabine Rose, Studierende des Abi-online-LK Deutsch Kurses 12 (02)

 

Als Einschub:

Am 8. August 1736 schreibt Prinz Friedrich von Preußen seinen ersten Brief an Voltaire:  „Monsieur, wenngleich ich nicht die Genugtuung habe, Sie persönlich zu kennen, so sind Sie mir doch durch ihre Werke sehr wohl bekannt. Es sind, wenn ich mich so ausdrücken darf, Schätze des Esprits und Werke, die mit so viel Geschmack, Delikatesse und Kunst gearbeitet sind, dass ihre Schönheit bei jedem Wiederlesen ganz neu erscheinen.“ 1750-1753 war Voltaire Gast am Hof Friedrichs in Potsdam. Der Aufenthalt bildete den Höhepunkt einer  über vierzigjährigen Beziehungsgeschichte zweier Persönlichkeiten, die einzigartig ist, aber doch auch exemplarisch für die Auseinandersetzungen ihrer Epoche stehen. In gleichsam rokokohaft tänzelndem Schritt gehen sie aufeinander zu: werbend, schmeichlerisch, spielerisch-ironisch. Aber auch mit Eigeninteressen: Kronprinz Friedrich wünscht der preußischen Zukunft eine kultiviertere Ambiance, als sie der Grobianismus seines Vaters Friedrich Wilhelm vermittelte. Voltaire seinerseits erblickt die Chance, in Friedrich endlich sein Ideal eines absoluten Herrschers zu finden, der den Staat auf philosophisch-vernünftige, humane Grundlagen stellt. Voltaire war immer überzeugt, dass es eines machtvollen Herrschers bedurfte, um in Europa Aufklärung praktisch durchzusetzen.