W3vina.COM Free Wordpress Themes Joomla Templates Best Wordpress Themes Premium Wordpress Themes Top Best Wordpress Themes 2012

Lesung Jens Bisky

RTEmagicC_Jens_Bisky_Interview_02.jpg

Interview mit Jens Bisky

Das Interview mit Jens Bisky wurde im Anschluss seines Vortrags „Kleist in Potsdam. Tugend und Militär“ am 28.10.2011 im Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte von der Studierenden Katrin Lauschdurchgeführt. Jens Bisky ist leitender Redakteur im Feuilleton der Süddeutschen Zeitung und veröffentlichte 2007 eine vielbeachtete Biographie über Heinrich von Kleist.

Wahrlich, Kleists berühmte Zeile „”ich passe mich nicht unter die Menschen, es ist eine traurige Wahrheit, aber eine Wahrheit”“ die er im Jahre 1801 an seine Schwester Ulrike schrieb, passte ganz und gar nicht auf diesen Abend. Denn mehr als sechzig Freunde Kleistscher Dichtung, jung und alt, drängten sich, um der Lesung von Jens Bisky beizuwohnen.

Thema war naturgemäß der Namenspatron der Schule, genauer: eine neu erschienene Biografie über denselben. Bisky las aus dem Kapitel “„Die ideale Wurstzeitung”“, das Kleists Bemühen einen neuen Zeitungstypus zu schaffen, beschreibt und stellvertretend für Biskys Ansatz steht, sich dem schwierigen Dichter zu nähern: Statt isolierte literaturwissenschaftliche Exegese zu betreiben, stellt der Biograf Kleist in ein Netz aus Handlungen, das mit hoher kulturwissenschaftlicher Qualität gespannt ist. Pointierte Formulierungen, kritische Betrachtungen anderer Interpretationsansätze und originelle Werkanalysen lassen ein lebendiges Kleistbild entstehen, das jenseits von einem verklärenden Geniekult steht, in den man angesichts der Kleistschen Sprachgewalt leicht fällt.

Nach anderthalbstündiger Lesung gab es noch Gelegenheit Fragen zu stellen, sich sein erstandenes Exemplar signieren zu lassen und bei einem Glas Wein mit dem Autor oder anderen Kleistsympathisanten ins Gespräch zu kommen. Dieser gut besuchte Abend, verstärkte Aufführungen der Werke in Theatern und die Neuerscheinung von gleichzeitig vier Biografien zeigen, dass Kleist mehr denn je unter die Menschen passt und in unserer allzu individuellen Zeit der Dichter der Stunde ist. (Roy Knocke)