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Schulprogramm

Hier finden Sie das Schulprogramm!

1. Die Schule im Überblick

1.1      Standort

Die Schule des Zweiten Bildungsweges „Heinrich von Kleist“ wurde am 1. August 2007 gegründet. Sie ist aus dem Zusammenschluss des Potsdam-Kollegs Teltow und der Abendschule „Heinrich von Kleist“ der Stadt Potsdam hervorgegangen. Seitdem werden alle bundes- und landesweit möglichen Bildungsgänge des Zweiten Bildungsweges an der Schule angeboten. Schulträger ist die Stadt Potsdam. Pro Schuljahr lernen ca. 450 Studierende in der Zeit von 8.00 – 21.50 Uhr an der Schule.

Die Kleist-Schule arbeitet in einem Haus mit langer Schultradition. Die Große Stadtschule „La Grande École“ wurde 1739 vom preußischen König Friedrich Wilhelm I. als Lateinschule gegründet und wurde seitdem immer als Schule genutzt, so als Lyzeum, als Gymnasium, als Mädchenschule, als Polytechnische Oberschule und von 1991–1999 als Grundschule. Seit 2001 beherbergte das Gebäude die Abendschule „Heinrich von Kleist“. Die Namensgebung geht auf den wohl berühmtesten Schüler der „Grande École“ zurück, denn Heinrich von Kleist bereitete sich hier als Erwachsener von 1798–1799 auf sein Studium in Frankfurt/Oder vor. Es ist Inspiration und Verantwortung zugleich, dass die Kleist-Schule den Namen dieses national und international anerkannten Dichters trägt.

 

1.2      Bildungsgänge

Das Angebot der Kleist-Schule richtet sich an Erwachsene. Die Zugangsvoraussetzungen für den Erwerb der einzelnen Abschlüsse sind in der  ZBW-Verordnung  geregelt (ZBWV vom 06. Juli 1998; in der Fassung vom 30. September 2015).

Neben den rechtlichen Voraussetzungen stellen die Lebenssituationen und die daraus resultierenden Bedürfnisse der Studierenden eine wesentliche Grundlage für die Planung von Lehr- und Lernsituationen dar. Zu diesen Lebenssituationen gehören z.B. Berufstätigkeit, Elternschaft oder lange Anfahrtswege. Dementsprechend finden Präsenzkurse zum Erwerb von Abschlüssen der Sekundarstufe I am Vormittag, Nachmittag und am Abend statt. Außerdem gibt es verschiedene Wege zum Erwerb der allgemeinen Hochschulreife.

Folgende Bildungsgänge werden angeboten:

  1. Bildungsgang zum nachträglichen Erwerb des Realschulabschlusses/der Fachoberschulreife (Unterricht am Tag, Nachmittag, Abend); hier sind auch die Abschlüsse Hauptschulabschluss und erweiterter Hauptschulabschluss möglich
  2. Bildungsgang zum nachträglichen Erwerb der allgemeinen Hochschulreife in Vollzeitform / Kolleg (Unterricht am Tag)
  3. Bildungsgang zum nachträglichen Erwerb der allgemeinen Hochschulreife in Teilzeitform  / Abendgymnasium (Unterricht am Abend)

Der Bildungsgang zum nachträglichen Erwerb des Realschulabschlusses bzw. der Fachoberschulreife dauert je nach vorhandenem Schulabschluss zwei bzw. vier Semester.

Die Bildungsgänge zum nachträglichen Erwerb der allgemeinen Hochschulreife gliedern sich in eine zweisemestrige Einführungsphase und eine viersemestrige Hauptphase. Nach zwei Semestern der Hauptphase kann der schulische Teil der Fachhochschulreife erworben werden.

Neben dem klassischen Abendgymnasium startete die Schule 2013 das Angebot Abitur-Online. Dabei handelt es sich um eine Form des Blended Learning, bei der die Studierenden in Kombination aus Präsenz- und Onlineunterricht ihren Schulabschluss erwerben können. Damit reagierte die Schule auf die Anforderungen der modernen Erwerbsgesellschaft mit ihren weitreichenden Konsequenzen für den beruflichen und privaten Alltag. Den Studierenden wird dadurch ein hohes Maß an zeitlicher und räumlicher Flexibilität geboten. Beruf, Familie und Schule können so nachhaltiger in Einklang gebracht werden.

2. Das Leitbild des Schule

2.1      Schul- und Unterrichtsorganisation

Die Unterrichtsorganisation zeichnet sich an der Kleist-Schule durch Transparenz und Verlässlichkeit aus. Die Studierenden werden intensiv über die Möglichkeiten zur Gestaltung des Klassen- und Kurssystems beraten. Unterrichtsausfälle werden durch Vertretungsunterricht und selbstorganisiertes Lernen vermieden.

Studierende und Lehrende nutzen die Mitwirkungsgremien (Fachkonferenzen, Lehrkräftekonferenz, Studierendenkonferenz, Schulkonferenz) zum gemeinsamen Austausch und zur Diskussion.

 

2.2      Lehren und Lernen

Damit Lernen erfolgreich sein kann, bedarf es nicht nur der Schaffung der schulorganisatorischen Voraussetzungen. Vielmehr handelt es sich um eine beidseitige Aufgabe, die auch die Studierenden dazu verpflichtet, ihre Lebensumstände entsprechend zu organisieren. Lernen an der Kleist-Schule entzieht sich eindimensionalem Leistungsdenken. Die Grundlage schulischer Bildungsarbeit besteht vielmehr darin, Lernen als einen selbstbestimmbaren, lebenslangen Entwicklungsprozess zu verdeutlichen, dessen Gestaltung zu einer elementaren Fähigkeit in einer immer dynamischer werdenden Lebens- und Arbeitswelt geworden ist. Zu diesem Zweck werden Unterrichtsarrangements geschaffen, die von Selbstständigkeit, Kontinuität und Kooperation geprägt sind. Regelmäßige Rückmeldung zu den Lernerfolgen sowie die Anleitung zur Selbstreflexion begleiten diesen Prozess. Die umfangreiche kulturelle Arbeit an der Schule verdeutlicht in diesem Zusammenhang, dass lebenslanges Lernen mehr ist als der Erwerb eines Bildungsabschlusses.

 

2.3      Persönlichkeitsbildung

An der Kleist-Schule treffen Menschen unterschiedlicher sozialer, kultureller und ethnischer Herkunft, unterschiedlichen Alters sowie unterschiedlicher Lebenserfahrungen, Lernerfahrungen und Lernvoraussetzungen aufeinander. Im Bewusstsein dieser Unterschiede gestalten alle, Lehrende und Studierende, in demokratischem Zusammenwirken ein Klima der Toleranz, des Respekts, der Gewaltfreiheit und der Weltoffenheit. Wertschätzung, Verlässlichkeit sowie gegenseitiges Vertrauen sind dabei Grundvoraussetzungen des täglichen Miteinanders.

Viele Studierende sehen sich einer komplexen Situation aus schulischen, beruflichen und privaten Anforderungen und Ansprüchen gegenüber. Den diesbezüglich notwendigen Ausgleich begreifen Studierende und Lehrende als dauerhafte Herausforderung. Eine Plattform dafür bieten schulische Unterstützungssysteme in Form von Beratungs- und Coachingangeboten.

 

2.4      Kulturelle Bildung

Kulturelle Angebote wie Lesungen, Theateraufführungen, Museumsbesuche und ähnliches stellen an der Kleist-Schule einen wesentlichen Bestandteil allgemeiner Bildungsarbeit dar. Sie finden deshalb nicht nur außerhalb des Unterrichts statt. Lehrende und Studierende schaffen die Voraussetzungen dafür, kulturelle Angebote zu ermöglichen, zu fördern und daran mitzuwirken. Die auf diese Weise entstehenden Partizipationschancen werden identitätsstiftend genutzt, um die Bindung zur Schule zu vertiefen und damit letztlich den Bildungserfolg zu sichern. Der kontinuierliche Austausch mit dem Verein der Freunde und Förderer der Schule ist dabei von großer Bedeutung. Über die Identitätsstiftung hinaus dienen kulturelle Veranstaltungen dazu, Bildungshorizonte jenseits zweckrationaler Bildungsinhalte zu eröffnen. Es ist das Ziel, eine umfassende gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen, bei der kulturelle, politische und soziale Prozesse kritisch beurteilt und eigene Sinnfragen reflektiert beantwortet werden können.

 

2.5      Medienbildung

Der kompetente Umgang mit digitalen Medien ist sowohl in beruflicher als auch in privater Hinsicht längst zur Voraussetzung für einen erfolgreichen Alltag geworden. Die Kleist-Schule ist sich deshalb der Aufgabe bewusst, die notwendigen Kompetenzen in den relevanten Anwendungsbereichen zu erkennen und diese zu fördern. Trends und Richtungen der technischen Entwicklung werden kritisch beobachtet. Dies setzt die Bereitschaft für eine permanente Weiterbildung bei den Lehrenden voraus.

Die Komplexität der Einsatzmöglichkeiten und die Geschwindigkeit der Entwicklung machen die Medienbildung zu einem Musterbeispiel für lebenslanges Lernen. Alle Unterrichtsfächer entwickeln Lernszenarien, die eine kritische, aktive Mediennutzung ermöglichen. Dazu zählen zum Beispiel die Vermittlung angemessener Recherchetechniken und eine Sensibilisierung bezüglich der Funktionsweise sozialer Netzwerke.

 

2.6      Öffentlichkeitsarbeit

Die Kleist-Schule präsentiert ihr Bildungs- und Kulturangebot im öffentlichen Raum. Diese Präsentation stellt Erwachsenenbildung nicht als zweite Chance dar, sondern als die bewusste Entscheidung für eine selbstbestimmte Bildungsbiographie. Die schulische Kommunikation wird von folgenden Prinzipien und Inhalten bestimmt:

  • Die den ganzen Menschen widerspiegelnde Verbindung von Bildung und Kultur ist die Grundlage der schulischen Arbeit.
  • Als eine der bundesweit ältesten öffentlichen Schulen ist die Grande École der weithin sichtbare Ausdruck einer langen Bildungstradition. Diese Tradition ist Verpflichtung und Chance zugleich.
  • Erwachsenenbildung an der Kleist-Schule ermöglicht die Vereinbarkeit von Schule, Familie und Beruf. Als eine Angebotsschule orientiert sich die Kleist-Schule an den Bedürfnissen der Studierenden.
  • Öffentliche Arbeit an der Kleist-Schule  findet als integraler Teil der schulischen Arbeit in allen Situationen statt. In diesem Sinn sind die Studierenden und die Lehrenden die wichtigsten Akteure.
  • Neben der täglichen schulischen Arbeit und der Vernetzung mit außerschulischen Partnern werden vielfältige und innovative Kommunikationswege genutzt, um das schulische Programm öffentlich bewusst zu machen.

3. Ziele und Schwerpunkte der pädagogischen Arbeit

3.1      Kleist-Schule intern: Rahmenlehrpläne, Aufgabenfelder und Fortbildung

Das Leitbild der Schule bildet die Grundlage für die Entwicklung der schulinternen Lehrpläne in den einzelnen Fächern.

 

Aufgabenfeld I: Sprache (Deutsch, Fremdsprachen, Kunst)

Im Fach Deutsch steht die Reflexion über die deutsche Sprache und Literatur im Mittelpunkt. Die Studierenden lernen hierbei sich unterschiedlicher Text- und Kommunikationsformen zu bedienen. Ein wesentlicher Aspekt ist dabei die Veränderung der Sprache bzw. sprachlicher Angebote durch digitale Medien. Vor allem in der Sekundarstufe II steht die Auseinandersetzung mit Literatur im Mittelpunkt, die nach ästhetischen, philosophischen, ethischen, politischen und gesellschaftlichen Kriterien untersucht wird. Dazu dienen Bezüge zur Gattungstheorie und zur Literaturgeschichte. Die Studierenden lernen auf diesem Weg verschiedene literarische Werke aus unterschiedlichen Epochen zu erkennen, zu deuten und als gewinnbringenden Teil ihrer eigenen kulturellen Identität anzunehmen.

Im Fremdsprachenunterricht für die erwachsenen Studierenden wird in der Regel an vorhandene Kenntnisse angeknüpft. Dies gilt besonders für die Sprachen Englisch und Französisch. Inhalte aus der Berufs- und der persönlichen Erlebniswelt der Studierenden werden dabei aufgegriffen und vertieft. Die Studierenden werden ermutigt, sich in der Fremdsprache zu äußern. Das fördert nicht nur die mündliche Kommunikation, sondern unterstützt sie gleichzeitig beim Erstellen schriftlicher Texte sowie in der Anwendung grammatikalischer Strukturen und des Wortschatzes. Der Unterricht wird durch die Vermittlung aller Kompetenzen (Hör-/Sehverstehen, Leseverstehen, Sprechen, Schreiben, Sprachmittlung) gestaltet und berücksichtigt gleichzeitig fächerverbindende Themen. Der Einsatz moderner Medien ermöglicht einen authentischen Fremdsprachenerwerb durch Thematisierung aktueller Themen und Anliegen. Ebenso werden Lerntechniken und Lerntipps für das individuelle Lernen vermittelt.

Für Studierende, die noch keine zweite moderne Fremdsprache abgeschlossen haben, bieten wir die Fächer Spanisch und Französisch als neu einsetzende Fremdsprache an. Bereits vorhandene Kenntnisse in diesen beiden Sprachen erleichtern den Wiedereinstieg. Abschlüsse aus dem ersten Bildungsweg werden ggf. auf die Belegverpflichtung für den Erwerb des Abiturs angerechnet.

Der Kunstunterricht orientiert auf lebenslanges Lernen und bezieht Erfahrungen der Studierenden aus ihrer Arbeits- und Lebenswelt in die Unterrichtsgestaltung ein. In der Einführungsphase steht zunächst die Anknüpfung an die Vorkenntnisse der Studierenden im Mittelpunkt. Möglichkeiten der Wahrnehmung und Darstellung anhand exemplarischer Werke aus der Kunstgeschichte werden thematisiert. Aspekte wie Plastizität, Materialität und Perspektive werden in künstlerisch-praktischen Übungen weiterentwickelt. Ebenso werden experimentelle Verfahren erprobt. Die Studierenden lernen Bildanalyse- und Bildgestaltungsverfahren kennen und entwickeln dabei ein persönliches ästhetisches Urteilsvermögen. In den Jahrgangsstufen 12 und 13 setzen sich die Studierenden innerhalb der verschiedenen Schwerpunktthemen (u.a. Fotografie, Design, Skulptur) mit langfristigen künstlerischen Projekten auseinander. Hierbei stellt die Reflexion mit den entstandenen Arbeiten einen wesentlichen Bestandteil des Unterrichts dar. Außerdem gehören Exkursionen zu Ausstellungen zum festen Bestandteil des Kunstunterrichts. In der Begegnung mit Originalen wird Kunst für die Studierenden noch greifbarer und erweitert die Auseinandersetzung mit dem kulturellen Erbe.

 

Aufgabenfeld II: Gesellschaftswissenschaften (Geschichte, Geographie, Politische Bildung, Philosophie)

Vor allem die gesellschaftswissenschaftlichen Fächer weisen in ihrer inhaltlichen Ausrichtung einen besonderen Bezug zu den konkreten Lebenssituationen und den daraus resultierenden Fragen der Studierenden auf. Diese Fächer stehen deshalb vor der Aufgabe, die Bedeutung der jeweiligen Inhalte für eine erfolgreiche gesellschaftliche Teilhabe in einem lebenslangen Entwicklungs-prozess herauszuarbeiten.

Die einzelnen Fächer des Aufgabenfeldes stehen nicht losgelöst voneinander, sondern nutzen inhaltliche Überschneidungen, um die Komplexität historischer, politischer, geografischer und philosophischer Fragen zu veranschaulichen. Die Konsequenzen vermeintlich einfacher Lösungen, Antworten und Urteile werden kritisch hinterfragt.

Von diesen Ansprüchen ausgehend ist es für alle Fächer das Ziel, Beispiele für soziale, ethnische und kulturelle Vielfalt in Geschichte und Gegenwart aufzuzeigen und damit ein Bewusstsein für historische und räumliche Unterschiede und Gemeinsamkeiten zu schaffen. Anhand fachspezifischer Methoden und Kompetenzen wird ein differenziertes Urteilsvermögen entwickelt, das von Toleranz und Weltoffenheit geprägt ist.

 

Aufgabenfeld III: Naturwissenschaften

Die Erlangung naturwissenschaftlicher Kompetenzen (Fachwissen, Erkenntnisgewinnung, Reflexion, Kommunikation) und das Erreichen der abschlussorientierten Standards stehen im Mittelpunkt des Aufgabenfeldes.

Biologischen, chemischen und physikalischen Phänomenen liegen Prinzipien zugrunde, die sich als Basiskonzepte beschreiben lassen. Diese Basiskonzepte helfen in Verbindung mit den zu entwickelnden Kompetenzen den Studierenden bei der Erschließung fachlicher Sachverhalte und bei der Nutzung naturwissenschaftlicher Gesetzmäßigkeiten zur Erklärung der Phänomene des Lebens. Sie ermöglichen kumulatives und vernetztes Lernen sowie eine Orientierung und Problembewältigung in einer Welt mit ständig neuen Erkenntnissen und Herausforderungen. Sie dienen dem Verständnis von Wechselbeziehungen auf unterschiedlichen Systemebenen sowie der Reflexion erworbener Kenntnisse über die Natur. Zudem werden erwachsenenspezifische Themen in den Mittelpunkt gestellt. So können Studierende auch Fachwissen aus ihrer Arbeitswelt einbringen. Der Unterricht erfolgt in beiden Sekundarstufen projektorientiert. So werden Praktika in Gruppen durchgeführt und die Ergebnisse gemeinsam verteidigt. Einzelne Unterrichtssequenzen werden in Projektgruppen erarbeitet, aufbereitet und die Ergebnisse der Arbeit mit modernen Methoden präsentiert. Hierdurch werden Methoden- und Sozialkompetenz, anwendungsbereites Wissen erworben sowie Selbstständigkeit bei der Recherche und der Aufbereitung der Ergebnisse gefördert. Ein Schwerpunkt des projektorientierten Unterrichts ist das Projekt „Lebensraum Hochwasser“ – ökologische Untersuchungen an der Ökologischen Station Gülpe der Universität Potsdam.

 

Fortbildungen

Die Fachwissenschaften entwickeln sich so schnell, dass die regelmäßige Teilnahme der Lehrenden an Fortbildungsveranstaltungen notwendig und selbstverständlich ist. Die Fachkonferenzvorsitzenden übernehmen gemeinsam mit den im Fach Lehrenden die Aufgabe, relevante Angebote zu nutzen und zu vermitteln.

Da zunehmend Studierende mit besonderen Problemlagen die Schule besuchen, müssen die Fähigkeiten der Lehrkräfte zur Beratung besonders gestärkt werden.

 

Beratungsangebote

Studierende im Zweiten Bildungsweg stehen vor der Aufgabe, schulische, berufliche und private Interessen miteinander zu vereinbaren. Das Ziel der Kleist-Schule ist es deshalb, eine angemessene und problemorientierte Beratung zu ermöglichen, die von dem Gedanken getragen wird, die Voraussetzungen für den jeweils bestmöglich zu erreichenden Schulabschluss zu schaffen.

Den besonderen Beratungsbedarf der Sekundarstufe I deckt ein Beratungsteam ab. Studierende haben dabei die Möglichkeit, sich bei Fragen, die den schulischen Erfolg betreffen, gezielt beraten zu lassen. Das Angebot gestaltet sich auf freiwilliger Basis und ist inhaltlich und organisatorisch auf die individuellen Voraussetzungen der Studierenden ausgerichtet.

Ein weiteres, bedarfsorientiertes Unterstützungssystem existiert für die Studierenden der Jahrgangsstufe 11 der Abitur-Online-Klasse. Beim Coaching wird ein langfristig bestehendes Team von Coach und Coachee gebildet. Mit standardisierten Gesprächen begleitet der Coach seinen Coachee über das Semester, um diesen für bestehende oder möglicherweise entstehende Problemlagen zu sensibilisieren. Der Coach macht dabei keine Vorgaben zur Problembewältigung, sondern regt zur Entwicklung eigener Lösungsstrategien an.

 

3.2      Kleist-Schule extern: Theatergruppe, Lesungen und Förderverein

Neben den unmittelbar mit dem Unterricht verknüpften Projekten bietet die Schule auch außerunterrichtliche Bildungsmöglichkeiten. An der Schule existiert die Theatergruppe „Kleists Erben“, die sich aus Teilnehmern verschiedener Bildungsgänge und aus ehemaligen Studierenden zusammensetzt. Eigene Inszenierungen und Aufführungen fördern die Identifikation der Studierenden mit der Schule und leisten, wie die gesamte Projektarbeit, auch einen wichtigen Beitrag zur Öffentlichkeitsarbeit.

Von der Planung bis zur Durchführung werden viele Projekte vom Verein der Freunde und Förderer der Schule des Zweiten Bildungsweges „Heinrich von Kleist“ e.V. unterstützt. Dieser Verein versteht sich als materieller und immaterieller Förderer für die Entwicklung eines erwachsenengemäßen Bildungsstandortes, indem er zusätzliche Bildungsangebote, Kulturveranstaltungen und Beratungen anbietet. Darüber hinaus vernetzt der Förderverein Menschen, die sich der Philosophie des Zweiten Bildungsweges verbunden fühlen

Von der Studierendenschaft werden die großen Schulfeste gestaltet. Dazu zählt traditionell die Organisation der Schuljahreseröffnung durch kulturelle Veranstaltungen. Kurz vor Beginn der Weihnachtsferien richten Studierende mit ihren Beratungslehrkräften eine Weihnachtsfeier aus. Den Abschluss des Schuljahres bildet das Sommerfest, das als Übergang von den anstrengenden Schulwochen in die Ferien verstanden werden will.

Alle Veranstaltungen richten sich auch an ein öffentliches Publikum. Vor allem für ehemalige Studierende bieten diese eine Möglichkeit, mit der Schule in Kontakt zu bleiben – eine wichtige Resonanz, die auch auf den jeweils aktuellen Schulbetrieb eine Wirkung erzeugt.

Für eine informative Präsentation und Dokumentation der Schule in der Öffentlichkeit sorgt die Schulhomepage.

 

Kooperationen im Bereich von Bildung, Kultur und Wirtschaft

  • Stiftungen: Friedrich-Ebert-Stiftung, Konrad-Adenauer-Stiftung
  • Brandenburgisches Literaturbüro e.V.
  • Wist – Der Literaturladen
  • Buchhandlung „Internationales Buch“
  • Stiftungsbuchhandlung Potsdam
  • Lepsius-Verein Potsdam
  • Naturkundemuseum Potsdam
  • Mathematisch-naturwissenschaftliche Fakultät der Universität Potsdam, Ökologische Station Gülpe
  • Sanierungsträger Potsdam
  • Amt für Denkmalpflege Potsdam
  • Agentur für Arbeit
  • Waschhaus Potsdam gGmbH

 

Schulpartnerschaften

  • Weiterbildungskolleg Bochum
  • Weiterbildungskolleg Bonn

 

Bundesweite Vernetzung und Kooperation:

Unsere Schule ist Mitglied im Bundesring der Kollegs und im Bundesring der Abendgymnasien. Sie stellt mit der Schulleiterin, Frau Dr. Angela Hoffmann seit 2009 den Vorsitz des Bundesringes der Abendgymnasien.

 

3.3      Beratungsangebote

  • Die Studierenden der Sekundarstufe I verfolgen das Ziel, ihren Bildungsabschluss zu verbessern bzw. diesen zunächst zu erwerben. Aufgrund sehr unterschiedlicher Bildungsbiografien sind die Vorstellungen über das Erreichen dieser Ziele sehr unterschiedlich. Im Zusammenhang mit z.T. problematischen privaten und beruflichen Situationen führen diese Erwartungen oft zu einem Abbruch des Bildungsganges. Es ist das Ziel des Beratungsteams für die Sekundarstufe I, diesen Abbruch zu minimieren. Das Tätigkeitsprofil umfasst dabei folgende Bereiche: 1.) Lernberatung, 2.) Lebensberatung und 3.) individuelle Begleitung
  • Ein besonderer Beratungsbedarf wird in den Abitur-Online-Klassen gesehen, da diese an nur zwei Tagen in der Schule sind und deshalb über den Unterricht hinausgehende Angebote vergleichsweise langsamer ergreifen können. Das Ziel besteht darin, jedem Studierenden der 11. Klasse pro Semester drei Coaching-Termine anzubieten. Die Gespräche sollten jeweils einen Umfang von ca. 30 Minuten haben, im Voraus geplant werden und innerhalb der Unterrichtszeit der Präsenztage liegen, um die Teilnahmemöglichkeit zu garantieren. Um das Coaching nah an den Bedürfnissen der Studierenden zu halten, wird der Gesprächsleitfaden in regelmäßigen Abständen von den beteiligten Coaches auf seine Zweckmäßigkeit geprüft. Außerdem findet am Ende des Schuljahres eine Evaluation des Coachings durch die Studierenden statt.
  • Weitere Beratungsangebote befinden sich zurzeit in der Planung.

 

3.4      Öffentlichkeitsarbeit

Da die Kleistschule eine Angebotsschule ist, findet die Öffentlichkeitsarbeit täglich – wie im Leitbild beschrieben – in unterschiedlichster Form statt.

Alle Lehrkräfte wirken daran mit, ein positives, seriöses und anspruchsvolles Bild der Schule in der Öffentlichkeit zu vermitteln. Als ein zentrales Instrument zur Kommunikation in den öffentlichen Raum dient der Internetauftritt der Schule. Neben den obligatorischen organisatorischen Hinweisen dient diese Präsentation der Dokumentation der aktuellen und bisher geleisteten schulischen und kulturellen Arbeit.

  • Vor allem für das Angebot Abitur-Online hat es sich als sehr sinnvoll erwiesen, bereits im Vorfeld intensive Beratungen zum Ablauf und zu den Anforderungen anzubieten. Um dieses Beratungsangebot möglichst vielen Interessenten zugänglich zu machen, sind sogenannte „Infotage“ eingerichtet worden. An jeweils einem/zwei Samstag(en) besteht die Möglichkeit, an einer ausführlichen Präsentation des Angebotes teilzunehmen und im Anschluss individuelle Fragen zu klären.
  • Über den Schulstandort hinaus dient die Teilnahme an Bildungsmessen und Bildungspräsentationen dazu, die Bildungsangebote einer noch größeren Öffentlichkeit bekanntzumachen und die Schule als Bildungs- und Kulturstandort im Bewusstsein zu verankern.
  • Diesem Zweck dient auch der Tag des offenen Denkmals, an dem die Schule regelmäßig teilnimmt. Die interessierten Besucher haben dabei die Möglichkeit, individuell oder durch die Teilnahme an einer Führung, den barocken Innenhof und die denkmalgerecht restaurierten Flure zu erleben und Informationen über 277 Jahre Schulgeschichte in Potsdam zu erhalten.
  • Neben der lokalen und regionalen Arbeit dienen die Bundesringe der Kollegs und der Abendgymnasien der Vernetzung in den überregionalen Bereich. Diese Vernetzung dient neben dem kollegialen Austausch auch dazu, Trends im Zweiten Bildungsweg bundesweit zu erkennen und auf dieser Grundlage Interessen gemeinsam zu formulieren.

Die Pflege und der Ausbau des Kulturstandortes Kleist-Schule stellen einen besonderen Teil der Öffentlichkeitsarbeit dar.

Auch in Zukunft erfolgt diese Arbeit in enger Kooperation mit dem Förderverein und außerschulischen Partnern. Die Vorbereitung und Begleitung der Veranstaltungen liegt z.T. in den Händen der Studierendenschaft, die unter Anleitung die räumlichen und technischen Voraussetzungen schaffen. Zu diesen Veranstaltungen zählen vor allem Lesungen.

 

3.5   Umgang mit neuen Medien

Mit dem Medienentwicklungsplan der Stadt Potsdam war es für die Schule möglich, eine umfassende, alle Klassen- bzw. Fachräume einschließende technische Ausstattung zu erhalten. Die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten dieser Technik lassen sich nur mit genauer Kenntnis der Anwendungs- und Konfigurationsregeln ausschöpfen.

Neben den bereits erfolgten schulinternen Weiterbildungen zu diesem Thema gibt es auch weiterhin die Möglichkeit der individuellen Beratung zu didaktisch-methodischen Fragen und zum technischen Einsatz. Außerdem soll von allen Kollegen der Austausch zu Nutzungs- und Einsatzfragen intensiviert werden.

4. Evaluation

Die Arbeitsschwerpunkte werden regelmäßig durch die schulischen Gremien evaluiert. Dies dient der Weiterentwicklung des Schulprogramms.

Die Erfahrungen des Ersten Bildungsweges lassen sich nicht unmittelbar auf den Zweiten Bildungsweg übertragen. Evaluationsmodelle anderer Bundesländer für den Zweiten Bildungsweg werden auf ihre Eignung überprüft. Ein wichtiger Arbeitsschwerpunkt ist es, ein Modell der schulinternen Evaluation für unsere Schule zu erarbeiten.

Die Schule beteiligt sich an bundesweiten Untersuchungen zu Bildungsverläufen der Studierenden im Zweiten Bildungsweg. Vom Schuljahr 2014/15 an nehmen Studierende der gymnasialen Bildungsgänge unserer Schule an wiederkehrenden Befragungen zu ihren Bildungsbiografien durch die Ruhr-Universität Bochum teil. Diese Längsschnittstudie wird bis zum Jahr 2017 fortgeführt. Die Ergebnisse der Studie werden auch Aussagen zu Unterrichtsqualität und Lehr- und Lernkultur an unserer Schule treffen und Vergleiche mit anderen Schulen des Zweiten Bildungsweges ermöglichen. Deren innerschulische Diskussion ist wesentlicher Bestandteil der Evaluationskultur unserer Schule.

Eine zweite Studie, durchgeführt vom Deutschen Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung Hannover, untersucht die Übergänge unserer Studierenden an Hochschulen oder andere weiterführende Bildungseinrichtungen. Auch von dieser Studienteilnahme erwarten wir Ergebnisse, die in die weitere Bildungsarbeit an unserer Schule einfließen können.